Warum das wichtig ist
Was Arbeitsplatz-Ergonomie tatsächlich misst
Muskel-Skelett-Erkrankungen — Belastungen von Rücken, Schulter und Knie durch wiederholte oder anhaltende Zwangshaltungen — zählen weiterhin zu den größten Kategorien von Berufserkrankungen und sind zugleich am schwersten frühzeitig zu erkennen, weil der Schaden sich aus gewöhnlichen, tausendfach wiederholten Bewegungen aufbaut, nicht aus einem einzelnen Unfall.
Eine seriöse Bewertung betrachtet nicht nur einen Moment — sie betrachtet Haltung, Wiederholung, Kraft und Dauer gemeinsam, Region für Region: Rumpf, Nacken, Schultern, Ellbogen, Handgelenke, Knie. Die Bewertungslogik von Statura folgt derselben Logik, aufgebaut auf ISO 11228 und EN 1005, statt auf einen einzelnen vereinfachten „Risikowert“.
Flexible Aufnahme
Fest montiert, mobil, und was als Nächstes kommt
Statura funktioniert heute mit jeder Kamera, auf die ein Browser zugreifen kann — einer Laptop- oder USB-Kamera, die dauerhaft an einem Arbeitsplatz montiert für wiederkehrende Prüfungen genutzt wird, oder einem Smartphone, das eine prüfende Person von Station zu Station durch die Anlage trägt. Keine proprietäre Hardware, keine Wearables.
In Entwicklung: kamerabasierte Nahbereichserkennung für Handgelenk und Hand, die eine Ganzkörperaufnahme nicht zuverlässig erfassen kann. Das Handgelenk selbst wird bereits heute bewertet — manuell erfasst; diese Lücke betrifft speziell die Erweiterung der Kameraaufnahme auf diesen Bereich.
Mehr als Haltung
Last, Kraft und Werkzeuge mit ins Bild
Haltung allein erzählt nicht die ganze Geschichte — eine mäßige Vorbeuge ohne Last ist ein anderes Risiko als dieselbe Vorbeuge mit 20 kg. Zu jeder Haltungsaufnahme erfasst Statura zusätzlich den manuellen Kontext, der das tatsächliche Risiko bestimmt: Objektgewicht, Schub-/Zugkraft und das verwendete Werkzeug — eingegeben von der Person, die die Bewertung durchführt.
Das sind keine Vermutungen, die über einen Wert gelegt werden — es sind strukturierte Datenpunkte, die derselben Aufgabe und demselben Arbeitsplatz zugeordnet sind und gemeinsam in jedem Bericht sichtbar werden.
Auf der Roadmap
Gemeinsame Arbeitsbereiche von Mensch und Roboter
Dieselbe geräteseitige Haltungserkennung, die menschliche Körperhaltung liest, ist ein naheliegender Ausgangspunkt für eine verwandte, aber eigenständige Frage: wie Menschen und Roboter sich denselben Raum in der Fertigung sicher teilen.
Das ist eine Richtung, die wir untersuchen, kein ausgeliefertes Feature. Sicherheitsüberwachung in gemeinsamen Mensch-Roboter-Umgebungen unterliegt einem anderen regulatorischen Rahmen als die Ergonomie-Bewertung (funktionale Sicherheitsnormen, nicht nur Datenschutz), und jede Fähigkeit in diesem Bereich durchläuft vor der Veröffentlichung eine eigene, dedizierte Compliance-Prüfung — nicht übernommen vom umgebenden Ergonomie-Produkt.